Erfahrungsberichte/Lebenslinien

04.10.2010

Neues von Familie F.

Die Einstellung unseres ersten Berichtes auf dieser wunderbaren Seite ist nun bald ein Jahr her. In dieser Zeit haben sich unsere Probleme mit dem leidigen Thema „Mutismus“ sehr verringert. Wir können heute sagen, das ein gewisser Teil unserer „Mitmenschen“ die Krankheit akzeptiert bzw. uns nicht in dem Maße „auf den Geist geht“, wie das noch vor kurzem der Fall war. Es soll damit nicht heißen, das wir nun die glücklichste Familie der Welt sind, den unser Sohn hat bisher nicht die Fortschritte gemacht die andere gerne hätte

An erster Stelle stand, den auf uns ausgeübten Druck zu verringern. Aus einigen Mail´s wissen wir, das ein großer Teil von schulpflichtigen Eltern damit zu kämpfen hat.

Während wir am Anfang Eric`s neuer Klassenlehrerin eher skeptisch gegenüber standen (denn sie war es, die mit völligem Unverständnis vor gut anderthalb Jahren den Satz prägte „So kann das nicht weitergehen, Eric muss bis Ende des Monats sprechen!“), müssen wir uns für heute für unser Misstrauen eher entschuldigen.

Wir arbeiten zur Zeit sehr gut zusammen, was an erster Stelle auf Initiative der genannten Lehrerin zurückzuführen ist. Sie hat sich Informationen über einen vergleichbaren Fall ganz in unserer Nähe geholt, außerdem unsere Therapeutin im Familienzentrum kontaktiert.

Das, und die Berichte dieser Internet-Seite haben bei ihr und anderen Pädagogen wohl letztlich zu dem Ergebnis geführt, das es eine solche Krankheit wirklich gibt.

Wir haben auf Ihren Vorschlag hin für das nun 4. Schuljahr „Integrations-Stunden“ beim Schulamt beantragt, was ein ziemlicher bürokratischer Vorgang war, sich aber wohl doch auszahlen wird. Unser Sohn bekommt nun 3 Unterrichtsstunden pro Woche einen Lehrer ganz für sich allein, dazu werden 1-2 Mitschüler herangezogen. Ziel ist es unseren Sohn zu verleiten, mittels Spielen (Name-Stadt-Land), Computer etc. zu kommunizieren. Nach den ersten 6 Schulwochen sind wir überzeugt, das dass die richtige Entscheidung war.

Des weiteren hat uns die Lehrerin gebeten beim Elterabend über die „Besonderheit unseres Sohnes“ Auskunft zu geben. 

Das haben wir dann auch getan und hätten es viel eher tun sollen!!!!

Letztlich haben wir vielleicht nicht alle überzeugen können, aber wichtige Fragen sind geklärt („Warum braucht Eric gewisse Sachen nicht mitzumachen?“ „Wird er bevorzugt?“, Fragen nach Ursprung, Verhaltensweisen der Mitschüler ....). Dieses Gespräch vor versammelter Eltern-Mannschaft hat uns sehr viel äußeren Druck genommen.

Mit den aufgeführten Sachen und dem Vorlegen ausgedruckter „Mutismus - Fälle“ dieser Mutismus- Seite, sind wir bei vielen unseren Mitmenschen zumindest auf etwas mehr Verständnis gestoßen. Wichtig scheint es uns, nach Menschen zu suchen mit denen eine Zusammenarbeit über diese Problematik möglich ist, um somit eine Brücke zu denen zu schlagen, die nur Kopfschütteln und Unverständnis für andere übrig haben, die nicht so sind wie sie bzw. in deren Augen ein solcher Zustand „nicht normal“ ist.

Bei Fragen und Kommentaren wie immer an: rofi13@web.de