Mutismus eine Behinderung?

Wie denken (ehemalige?) jetzt erwachsene Mutisten über ihr Leben? Bestehen Restängste? Welche Lebenserfahrungen wurden gemacht?

Moderator: Elfa

Hyazinthe
Urgestein
Beiträge: 1481
Registriert: 29.03.2004, 20:24
Wohnort: Hamburg

Re: Mutismus eine Behinderung?

Beitragvon Hyazinthe » 12.02.2017, 16:31

Hallo,

ja, es gibt diese zwei Meinungen und so sollte es - bei aller Freundschaft - sein, dass man die eigene Meinung behält. Was den Behindertenstatus angeht, da hat Schlusi recht, der kann sich ändern und wird von den Ämtern immer mal wieder überprüft. Auch ein 'Autist' kann eben dazulernen. Und die Umwelt hoffentlich parallel dazu, ihn zu integrieren und nicht als 'minderwertig' abzustempeln. Aber das ist noch ein weiter Weg . . . Es ist eben ein schmaler Grat zwischen überfordert-werden (aus Unkenntnis) und der Benachteiligung, weil einem vieles nicht zugetraut wird. Jeder 'Behinderte' muss individuell entscheiden, wie er damit umgeht.

Viele Grüße!

einszwei345
Neues Mitglied
Neues Mitglied
Beiträge: 6
Registriert: 27.01.2017, 19:41

Re: Mutismus eine Behinderung?

Beitragvon einszwei345 » 25.02.2017, 21:54

Hallo,

Man ist mit Mutismus zwar schon relativ eingeschränkt, gehemmt und so halt, aber ich bin nicht der Meinung das es eine Behinderung ist! Mit der richtigen Therapie stehen die Chancen Mutismus zu überwinden gut bis sehr gut.

Zum Thema Arbeitsamt, es ist eigentlich schon extrem lächerlich!
Wir hatten mal auf dem Arbeitsamt einen Termin zur Berufsberatung. Nach ungefähr 1 h sinnlosen Diskussionen, haben die mir dann dort vorgeschlagen einen Behindertenausweis beantragen zu lassen. Um damit die Arbeitssuche zu erleichtern.

Jetzt in der Schule hab ich wirklich nur extra Behandlungen, mich kotzt das so an und ich will das eigentlich auch gar nicht. Ich will in der Schule keine extra Behandlungen und später im Beruf auch nicht. Und ich will auch keinen Beruf wo man jetzt den ganzen Tag nur ganz wenig reden muss.
Ich finde man muss Mutisten auch schon in gewisser Weise zwingen zu reden. Es ist kontraproduktiv wenn man sagt “ja wenn du nicht willst brauchst du nicht zu reden und kannst dich zurückziehen“. Ich bin auch der Meinung das man Mutisten auch gerade in der Schule überall mit einbeziehen sollte (Gruppenarbeiten, etc.). Bei mir wurde das nie gemacht, ich wurde immer von vorn herein von allem ausgeschlossen. :(

Grüße

Hoffnung
Inventar
Inventar
Beiträge: 902
Registriert: 26.01.2012, 19:59

Re: Mutismus eine Behinderung?

Beitragvon Hoffnung » 26.02.2017, 08:08

Hallo,

du weißt genau,was du willst: normal reden, einen normalen Job, in dem du normal redest und wo keiner Rücksicht auf dich nimmt (weil Rücksichtnahme ja gar nicht notwendig ist und Mutisten, die einen wirklichen Willen auf Änderung haben, nur lähmt!) - das ist super! Dann mach das doch! - Lass dir zuerst durch eine richtige Therapie dabei helfen, ins normale Reden hineinzufinden - und dann startest du richtig durch - neue Schule, wo jeder mit Selbstverständlichkeit von dir erwartet, dass du bei Gruppenarbeiten mitmachst, weil ja niemand weiß, dass du das bisher nicht gemacht hast - guter Schulabschluss, was dir ja sicher gelingen wird, wenn die Noten nicht mehr durch die fehlende mündliche Beteiligung schlecht sind - und dann richtiges Durchstarten bei einer Ausbildung und im Job. Und lass dir ja keinen Behndertenausweis austellen. Ich habe es so gemacht - ich wusste, was ich wollte und habe das durchgekämpft und auch erreicht. Und mir ist keine Sekunde der Gedanke gekommen, dass ich da ja nicht kann, weil ich "behindert" bin.
Ich wünsche dir ganz viel Erfolg!

Eileenchan
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 10
Registriert: 07.03.2017, 22:58

Re: Mutismus eine Behinderung?

Beitragvon Eileenchan » 07.03.2017, 23:25

Es kommt auch stark auf die Ausprägung der Krankheit an. Generell würde ich es nicht als klassische Behinderung bezeichnen, da ja in der Regel fast jede Tätigkeit ausgeführt werden kann. Natürlich sollte sich keiner mit Mutismus für einen Job im Vertrieb vorstellen, allerdings wird es spätestens wenn es zu mehrmaligen Kontakt zum Arbeitsamt kommt, meist auf einen Behindertenausweis hinauslaufen.

Inutil
Senior-Mitglied
Senior-Mitglied
Beiträge: 26
Registriert: 21.10.2015, 12:54
Wohnort: Ruhrgebiet

Re: Mutismus eine Behinderung?

Beitragvon Inutil » 25.03.2017, 23:48

Eileenchan hat geschrieben:Es kommt auch stark auf die Ausprägung der Krankheit an. Generell würde ich es nicht als klassische Behinderung bezeichnen, da ja in der Regel fast jede Tätigkeit ausgeführt werden kann. Natürlich sollte sich keiner mit Mutismus für einen Job im Vertrieb vorstellen, allerdings wird es spätestens wenn es zu mehrmaligen Kontakt zum Arbeitsamt kommt, meist auf einen Behindertenausweis hinauslaufen.


Ich finde schon, dass Mutismus eine Behinderung ist. Es gibt doch keine Arbeit, wo man nicht kommunizieren muss. Wenn man so schweigsam ist, hinterlässt das aufjedenfall einen sehr schlechten Eindruck beim Chef. Auf den ersten Arbeitsmarkt werden Teamfähigkeit und Kommunikationsstärke für selbstverständlich genommen.

Johanna33
Neues Mitglied
Neues Mitglied
Beiträge: 2
Registriert: 05.04.2017, 08:29

Re: Mutismus eine Behinderung?

Beitragvon Johanna33 » 07.04.2017, 15:30

Hallo!
Meine Bekannte musste damals als bei ihr Mutismus diagnostiziert wurde in eine Einrichtung für betreutes Wohnen übersiedeln. Und ich denke auch dass sie das ganze damals als Behinderung empfunden hat. Allerdings hat sie mir dann berichtet hat es ihr in der Einrichtung wo sie hingekommen ist sehr sehr gut gefallen.
Kannst dir die http://www.residenz-josefstadt.at/seniorenresidenz/ gerne mal ansehen wo meine Bekannte hinkam.

lg Johanna


Zurück zu „Mutismus bei Erwachsenen“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste